Nils Schmid besichtigte die Bad Saulgauer Firma Kistler

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Der SPD-Spitzenkandidat und Wirtschafts- sowie Finanzminister Nils Schmid hat das mittelständische Unternehmen Kistler in Bad Saulgau besucht. Auf Einladung des Landtagskandidaten Michael Femmer und des SPD-Ortsvereins informierte er sich vor Ort über den Betrieb, der mit seinen rund 40 Mitarbeitern am Standort Bad Saulgau weltweit Automatisierungstechnologie verkauft. Neben Michael Femmer begleiteten ihn die Bürgermeisterin Doris Schröter, Zweitkandidat Robin Mesarosch und die Gemeinderätinnen Gerlinde Frühbauer, Doris Gaißmaier und Helga Brey. Im Anschluss an die Besichtigung kam Nils Schmid mit den Auszubildenden der Firma ins Gespräch.

 

Hohe Umsätze durch Windenergie

Die Firma Kistler entwickelt und produziert Maschinen und Vorrichtungen zur Automatisierung von Schweiß- und Schneideprozessen. Damit hat sich der Familienbetrieb erfolgreich in einer Nische etabliert, weltweit finden sich für diese innovativen Technologien Abnehmer. Besonders der Ausbau der Windenergie hat in den letzten Jahren für viele Aufträge gesorgt, mittlerweile stammen rund 40 bis 50 % der Umsätze aus dieser Branche. Zudem kooperiert das Unternehmen mit Kunden aus anderen Bereichen wie dem Schiffsbau.

 

Die Spezialisierung des Betriebs und das Setzen auf hohe Qualitätsstandards sowie maßgeschneiderte Lösungen zahlen sich aus. Kistler verzeichnet eine weitgehend stabile Auftragslage und konnte sich in der Vergangenheit stark erweitern. 2007 erfolgte der Umzug aus dem Gründungsort Bierstetten ins Gewerbegebiet Bad Saulgau. Minister Schmid nahm erfreut zur Kenntnis, dass Kistler sen. das Unternehmen vor 50 Jahren bei sich zu Hause als Technisches Büro in der Garage gegründet hatte. Der SPD-Spitzenkandidat stellte fest, dass dies in Baden-Württemberg keine Seltenheit sei, und erinnerte zugleich an die Parallelen mit dem Silicon Valley in den USA. Die Stärke der baden-württembergischen Wirtschaft gründe auf solcher Pionierarbeit und Innovationskraft.

 

Nils Schmid thematisiert Gebühren für Meister-Ausbildung

Beim anschließenden Rundgang durch die Fabrikhalle erläuterten der jetzige Firmenchef Alexander Kistler und dessen beide im Unternehmen tätigen Söhne den Produktionsprozess. Anschließend trafen sich die Gäste mit den Auszubildenden des Betriebs. Die Firma bietet sowohl eine betriebliche Ausbildung als auch duale Studiengänge an. Momentan lernen sieben Auszubildende bei den Bad Saulgauern: Zur Freude des Wirtschaftsministers stellt das eine überdurchschnittlich hohe Ausbildungsquote dar. Die jungen Mitarbeiter betonten vor allem das familiäre Betriebsklima als Pluspunkt. Zudem übernimmt Kistler zum Beispiel die Gebühren bei einer Meister-Ausbildung und investiert damit in die Weiterqualifizierung der Beschäftigten. Schmid lobte dieses Engagement. Zugleich stellte er die hohen Gebühren für die Meister-Lehrgänge grundsätzlich infrage. Nachdem die SPD die Studiengebühren an den Hochschulen abgeschafft habe, würde sie sich nun dieser Thematik widmen. Wenn ein Unternehmen seinen Mitarbeitern diese Gebühren nicht wie bei Kistler erstatte, halte das viele fähige Menschen von dieser Qualifizierung ab. Deshalb wolle die SPD die Gebühren reduzieren und das Meister-BAföG aufstocken.

 

Verkehrsanbindung und Breitbandversorgung die größten Probleme in Bad Saulgau

Bürgermeisterin Schröter und die SPD-Gemeinderätinnen nutzten die Gelegenheit, auf zwei Herausforderungen für Bad Saulgau aufmerksam zu machen: Erstens fehle es mancherorts noch an schnellen Internetleitungen, was besonders für Gewerbetreibende eine große Problematik bedeute. Zweitens erweise sich die Verkehrsanbindung an die Wirtschaftsregion Biberach als mangelhaft. Allgemein zeigten sich die Kommunalpolitikerinnen aber genauso wie der Firmenchef Kistler zufrieden mit der Entwicklung in Bad Saulgau. Kistler bezeichnete zugleich die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen als insgesamt zufriedenstellend, von Problemen wie den momentanen Sanktionen gegen Russland abgesehen. Ausdrücklich lobte er das Kurzarbeitergeld, welches bei einer vorübergehend schwachen Auftragslage eine wichtige Hilfe darstelle.

 

Die SPD-Ortsvereinsvorsitzende und Gemeinderätin Gerlinde Frühbauer strich zum Abschluss die enorme Bedeutung von Mittelständlern wie Kistler heraus und bedankte sich bei Nils Schmid für seinen Besuch. Als Dank überreichte sie ihm das Buch „Türkisches Leben in Bad Saulgau“, welches unter Federführung Doris Gaißmaiers vom Arbeitskreis Mehr miteinander herausgegeben wurde.